N02 Secondo Tubo San Gottardo

Der bestehende Gotthard Strassentunnel muss wegen sicherheitstechnischen Aspekten und schadhaftem Bauzustand saniert werden. Aufgrund des grossen Sanierungsumfanges ist eine Vollsperrung des Tunnels zwingend.

    Ausgangslage

    Mit dem Entscheid vom 27. Juni 2012 wurde vom Bundesrat eine 2. Röhre für den Gotthardtunnel (2TG) als beste Lösung beurteilt. Der Hauptvorteil dieser Variante ist die Erhöhung des Sicherheitsniveaus des Gotthardtunnels. Nach der Sanierung der bestehenden Röhre (1TG) kann der Verkehr im einspurigen Richtungsverkehr durch die beiden Röhren geleitet werden, was Frontal- und Streifkollisionen praktisch ausschliesst. Durch den einspurigen Betrieb mit je einem Pannenstreifen wird die Sicherheit zusätzlich verbessert, ohne dass die bestehende Kapazität erhöht wird.

    Auftrag

    Die Filiale Bellinzona des Bundesamts für Strassen (ASTRA) hat die IG Gottardo Due unter Federführung von GPAG mit der Durchführung eines Variantenstudiums für eine 2. Röhre Gotthardtunnel und den Anschlussbereich Airolo sowie der nachfolgenden Ausarbeitung der Bestvariante zum Generellen Projekt (GP) und Ausführungsprojekt (AP) nach Nationalstrassenverordnung (NSV) beauftragt.

    Projekt

    Die neue Tunnelröhre (2TG) liegt mit einem Abstand von 40m östlich des bestehenden Service- und Infrastrukturstollens (SISto). Die Linienführung der 2TG erfolgt grösstenteils parallel zur bestehenden Röhre (1TG) und dem SISto. Die beim Bau der ersten Röhre erstellten Portalbauwerke und Tagbautunnel in Göschenen und Airolo werden wie damals vorgesehen für die 2TG verwendet.

    Die 2TG ist über begehbare und befahrbare Querverbindungen mit dem SISto verbunden. Die Lüftung der 2TG und des SISto wird über die Lüftungszentralen bei den Portalen Göschenen und Airolo sowie über drei bergmännische Zentralen sichergestellt. Dabei werden die bereits bestehenden Lüftungsschächte genutzt.

    Der Fahrraum umfasst zwei Fahrstreifen, von welchen im Endzustand (Richtungsverkehr) einer als Pannenstreifen benutzt wird. Zudem werden im Normalprofil ein Werkleitungskanal für die Aufnahme von Kabeln und der Löschwasserleitung, ein separater Werkleitungskanal für eine 380kV-Transitleitung sowie die notwendigen Lüftungsquerschnitte (Zu- und Ablufkanal) berücksichtigt. Die letztgenannten sind durch eine Zwischendecke vom Fahrraum getrennt.

    Der Ausbruch der 2TG ist mittels Gripper-TBM von beiden Portalen her geplant. Die in den Portalbereichen anstehenden Lockergesteinsabschnitte werden konventionell vorgetrieben. Die druckhaften Störzonen Nord und Süd werden vorgängig konventionell aufgefahren. Dazu wird von den Portalen her ein separater Stollen bis zu den Störzonen vorgetrieben.

    Im Rahmen der flankierenden Massnahmen wird der Anschluss Airolo umgestaltet und die Autobahn auf rund 1 km Länge mit einem Tagbautunnel (GdA) überdeckt. Die Umgestaltung erfordert mehrere Kunstbauten. Gleichzeitig können aber viele Asphaltflächen rückgebaut und das Gelände an mehreren Orten im Raum Airolo mit Ausbruchmaterial modelliert werden.

    Bauherrschaft

    Bundesamt für Strassen ASTRA Filiale Bellinzona 

    Unsere Leistungen

    Generelles Projekt und Ausführungsprojekt für alle Fachbereiche T/G, T, K und BSA 

    Status

    Abgeschlossen

    Ort

    Göschenen / Airolo