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Neubau SBB-Doppelspurtunnel Bözberg

Der neue Doppelspurtunnel der SBB durch den Bözberg wurde als grösstes Einzelprojekt des 4-Meter-Korridors zwischen Basel und Chiasso realisiert. Der 2.7 km lange Tunnel wurde zu Beginn als Lockergesteinsvortrieb im Schutze eines Rohrschirms und anschliessend mittels Einfachschild-TBM mit einem Durchmesser von rund 12.4 m aufgefahren. Neben zahlreichen Herausforderungen, wie die Durchörterung der Thermenschutzzone oder des quellfähigen Gebirges, ist auch das neuartige Vertragsmodell GU+ als Besonderheit dieses Projekts zu erwähnen.

 

Ausgangslage

Der bestehende Bözberg Bahntunnel hat eine Länge von rund 2'526 m und liegt auf der Strecke Basel Zürich bzw Frick Brugg zwischen Effingen und Schinznach. Der heutige Tunnel bildet neben dem Hauensteintunnel den zweiten wichtigen Juradurchstich und ist seit 1875 in Betrieb. Da der Tunnelquerschnitt den Anforderungen des Güterverkehrsprojekts 4m-Korridor Basel-Chiasso nicht genügt, wurde parallel dazu ein neuer Doppelspurtunnel gebaut.

Auftrag

Nach Fertigstellung des Vorprojekts wurde der Auftrag für die weitere Projektierung an die IG BB N unter Federführung der Gähler und Partner AG erteilt. Das Mandat umfasste die Überarbeitung des Vorprojektes, die Erarbeitung des Bau-und Auflageprojektes sowie der Ausschreibungsunterlagen für die Baumeisterarbeiten inkl Bahntechnik. Die Realisierung des Tunnels wurde als GU+ Mandat (GU inkl Ausführungsplanung) vergeben. Hierbei überwacht die IG BB N die Leistungen des Unternehmers (Planung und Ausführung) als Owner’s Engineer und prüft die Dokumente der Ausführungsplanung im Sinne eines Sachverständigen. Verschiedene vorgezogene resp. im Nachgang an die Arbeiten des Hauptunternehmers von der Erstellung des Tunnels losgelöste Arbeiten wurden separat submittiert. Hier wurde die IG BB N von der SBB zusätzlich mit den Phasen 51 bis 53 ( Bauleitung und Inbetriebnahme) beauftragt.

Projekt

Der neue Bözbergtunnel weist eine Länge von 2'693 m auf und liegt im geologisch und hydrologisch schwierigen Grenzgebiet zwischen Tafel-und Faltenjura (u. a. Anhydrite, Opalinuston, Lias, Obere Süsswassermolasse). Im Faltenjura durchquert er unter anderem den Aquifer, welcher die Therme Schinnach speist. Ein grosser Teil des Tunnels verläuft in gering bis stark quellfähigen Gesteinen. Auf den ersten ca. 100 m von Süden kommend, erwarteten die Geologen Lockergestein bzw. Fels mit lockergesteinsähnlichen Eigenschaften. Dieser Bereich wurde als Lockergesteinsvortrieb im Schutz eines Rohrschirmes aufgefahren Vortrieb und Ausbruchsicherung auf der daran anschliessenden Felsstrecke erfolgten mittels Schild-TBM (Ausbruchradius 6.18 m) und Tübbingausbau.

Die insgesamt 5 Querverbindungen zum alten Tunnel und die technischen Räume wurden maschinell (MUF) ausgebrochen. Der Tunnel wird durchgehend zweischalig ausgebaut, mit einer Innenschale aus Ortbeton. Um den Gefährdungen infolge Quellen des Gebirges zu begegnen, wurde das Widerstandsprinzip gewählt. Dies erforderte massiv bewehrte Tübbinge (30 cm) und ein bis 60 cm dickes Innengewölbe. Auf einem Grossteil der Strecke wurde eine Regenschirmabdichtung vorgesehen. Lediglich im definierten Thermenschutzbereich war eine druckhaltende Vollabdichtung erforderlich. Der Voreinschnitt Schinznach (Süd) befindet sich in einem inaktiven Rutschhang der mit einer überschnittenen Bohrpfahlwand gesichert wurde. Im Voreinschnitt Effingen (Nord) steht bereits wenige Meter unter Terrain kompakter Fels an. Daher erfolgte die Sicherung der Baugrubenwände mittels einer Nagelwand.

Die beiden Portalbauwerke (ca je 40 m lange Tagbautunnel) wurden als Rahmentragwerke erstellt und bilden eine gestalterische Einheit. Parallel zu den ersten Arbeiten musste das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude in Effingen zu einem Bahntechnikgebäude umgebaut und  entsprechend ausgerüstet werden. Teil des Leistungsumfangs  sind neben dem Ingenieurbau auch die Projektierung der Bahntechnischen Anlagen  sowie des Oberbaus. Mit Fertigstellung des Tunnels wird dieser beidseitig in verschiedensten Bauphasen unter Betrieb an die bestehende Bahnlinie angeschlossen. Der bestehende Tunnel wird nach der  Inbetriebnahme des Neubaus zum Dienst-und Rettungsstollen umgebaut.

Bauherrschaft

Schweizerische Bundesbahnen SBB

Unsere Leistungen

Projektierung und Federführung in der Ingenieurgemeinschaft für die Planungsphasen 31 53 (Phase 51 53 als Planer für die Aussenlose und Owners Engineer sowie Sachverständige für das Tunnel)

Status

In Arbeit

Ort

Bözberg, Kanton Aargau